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Synaptic Memories-Misanthropy(Meta4 Q)

The Disputed King of Industrial and the Italian Guys

Die beiden Italiener Andrea Del Boni und Lorenzo Arcari ergeben zusammen das italienische Industrial-Techno Duo Synaptic Memories. Seit einigen Jahren produzieren die Herrschaften anständigen Industrial-Hardcore anfangs gab es nette Free-Tracks und mittlerweile gibt es schon Veröffentlichungen auf Noisj, GGM, Dark Like Hell und jetzt aktuell auf Meta 4 dem Label für experimentellen Hardcore, welches Ophidian aus dem Boden stampfte. Das letzte Meta4 Release was ich noch in schöner Erinnerung habe ist das von Mortifer welcher sich mit der „Degenerate Era“ EP 2012 endgültig in die Herzen der Induhörerschaft produzierte.

Meta4

Kommen wir aber nun zu diesem aktuellem Release welches vielleicht das letzte sein könnte, dieses Jahr auf diesem Label, denn im Schnitt veröffentlicht Meta nur 1-2 Releases im Jahr. Das Ziel von Meta4 ist es immer gewesen experimentellen Hardcore zu releasen der auf keinem anderem Label Platz finden würde, so kommt es manchmal vor das man in einer Trackstruktur mehrere Stile raushört wie z.B Rhytmic Noise, Industrial, Breaks u.v.m.

Green Slimes Attack

Sehr schleppende und noisige beats driften ab in einem ziemlich flott erreichten Break. „Let the Attack beginn“ läutet es ein und ne ordentlich Kickdrum die ziemlich maschinell wirkt hämmert gnadenlos auf einen ein. Ein paar spacige Sounds dazu und man bekommt den Hardcore-Soundtrack zu H.R Gigers Alien. Der längere Break kommt mit Vocals direkt aus dem Space-Cockpit daher doch danach erwartet einen ein wahrhaftiges Sound-Revival. Die Synth-Sounds lassen an gute alte Hamunaptra-Zeiten erinnern doch dabei wirkt das ganze nicht wie eine billige Kopie, im Gegenteil ich hätte mir eine längere Fortführung des Synths gewünscht aber man kann bekanntlich ja nicht alles haben. Der letzte Break vor dem Outro Part wirkt ein wenig Ideenlos doch die Djs unter uns freuen sich bestimmt über die ca. 1 Minute des Outro-Parts zum rausmixen.

Misanthropy

Kommen wir nur zum EP Titel welcher mal eben locker 10 BPM langsamer uns in seinen bann zieht, als seinen Vorgänger. Der Misanthrop kommt zu beginn ein wenig Spooky daher und lässt seine durchschlagende aber dennoch klare Kick für sich sprechen. Wenige weitere Elemente setzen hier ein und der Track wirkt bis dahin ziemlich minimalistisch auf einen, doch durch den darauf folgenden dunklen Break, wird man erst so richtig in einen düsteren Bann gezogen. Leise Percussions führen dann den Mainpart ein welcher auch wieder mit einem netten Synth-Sound nicht geizt, ähnlich wie bei „Green Slimes Attack“. Der letzte Part gefällt mir hier auch deutlich besser da die Fläche im Hintergrund die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhält. Well done!:-)

Ectoplasm(Noise Mix)

Wer auf Rhythm and Noise steht ist bei „Ectoplasm“ genau an der richtigen Stelle. 130 BPM walzen gnadenlos auf einen zu und der Break ist einfach nur düster und knarzt vor sich her. Danach geht es ohne Kompromisse weiter und auch die Liebhaber aus der „EBM-Szene“ werden hier dran bestimmt Ihren Spaß haben. Dadurch das der Track ein paar quietschende Töne zugeschustert bekommen hat, wird er im weiteren Trackverlauf nicht zu monoton welches ja oftmals ein Problem ist, bei Tracks wie diesen doch das haben Synaptic Memories geschickt gelöst.Vor dem Outro-Part hätte ich mir lieber noch einen etwas längeren Break gewünscht aber die Produzenten werden sich schon Ihren teil dabei gedacht haben.

Flagellum

Der letzte Track dieser EP bedient sich nur zu gerne wieder an der 150 BPM Marke wobei der Kickverlauf sich bis zum Ende des Intro-Parts langsam aber durchdringend steigert. Beim Hören des Breaks fühlt man sich wie George.Clooney in Gravity. Einsame leere die schnell durch ein paar Vocals zerbrochen wird. Im Mainpart erwartet uns dann eine durch und durch starke Acid-Hook welche von kleinen Kick-Spielereien nur noch dick unterstrichen wird. Im letzten Part wird der 90er Part noch einmal schön verdeutlicht und zum Ende hin erwartet einen ein ordentliches Kick Gewitter welches einen in Handumdrehen fesselt. Plötzlich lösen sich diese Stränge in einzelne Kicks die sich dann in den weiten des Weltalls verlieren. Schwer zu begreifen?! ANHÖREN!

Fazit

Synaptic Memories haben schon viele gute Tracks hervorgebracht aber meines Erachtens sind Sie leider oft unter Wert geblieben oder andere haben das können der beiden Italiener noch nicht für wahr haben wollen. Dies sollte sich mit diesem Release endgültig erledigt haben, da es sich hier einfach nur um eine ziemlich intelligente und durchstrukturierte EP handelt. Die ersten beiden Tracks landen auf jeden Fall in meine persönliche Playlist.

Anhören und Kaufen könnt Ihr die EP bei Bandcamp:

http://meta4recordings.bandcamp.com/album/misanthropy