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Meander – Gazing Long Into The Abyss (TNT010)

 cover

Schon kurz nach Veröffentlichung seines Albums “Carbon” im Jahre 2012, wurde bekannt dass Meander bereits an einem Nachfolger dessen am arbeiten sei. Einige kurze Previews konnte man nach und nach schon auf der ein oder anderen Mix-CD hören und der Verdacht machte sich breit, dass sich der Sound von Meander diesmal ganz anders zeigen würde als bisher bekannt.

Bei Meander handelt es sich übrigens um ein Projekt des Produzenten Conrad Hoyer. Den meisten wahrscheinlich bekannt als Ophidian. Als Meander widmet er sich größtenteils den gebrochenen Beats. Neben einigen Solo-EPs kamen dabei bisher das eher IDM/Downtempo Album “Etched In Salt” zusammen mit Tapage im Jahre 2010, sowie das melodiös, verträumte Breakcore Album “Carbon” im Jahre 2012 zustande. Gespannt hat der geneigte Hörer natürlich drauf gewartet, was er einem auf DJ Ruffneck’s, eher Crossbreed/Drum & Bass angehauchtem Label, Tainted Audio bieten würde.

Review

Das Intro “The Abyss” lässt einen schon erahnen dass einen hier keine verträumten Melodien erwarten werden, sondern eher rabenschwarze Dunkelheit.

Weiter gehts mit “Pretend” welcher sich allein atmosphärisch schonmal von dem abhebt was einem sonst so auf Tainted Audio vorgesetzt wird. Ein gelungener Start, der auch gleich den Ton setzt für die kommenden Tracks des Albums.

Kommen wir zum AK-Industry Remix von “Black Smoke”. Mit das beste was ich bisher von den Schweizern hören durfte. Die Athmo des Originals wurde beibehalten, doch durch Hardcore-Kicks partytauglicher gemacht. Der Track sollte sowohl in Hardcore/Gabber sowie Drum & Bass/Crossbreed Sets, bestens funktionieren.

Der “Stranger” haut einem nach seinem düsteren Intro ordentlich die Snares um die Ohren. Produktion erinnert leicht an alte DJ Hidden oder Current Value Tracks, ist aber noch eigenständig genug um nicht als Kopie durchzugehen.

Mit “Almost Evil” zeigt uns Meander wohl seine Liebe zur alten Schule des Drum & Bass. Ziemlich trippiger Track der einen mitnimmt auf eine Reise ins Ungewisse.

“Tainted” klingt so wie der Name es vermuten lässt. Verdorbene Athmo trifft auf gnadenlosen Half-Step, der nach dem Mittelpart nochmal um harte Kickdrums erweitert wird. Böse Nummer!

“Visions Of Demons”… man möchte sich garnicht erst vorstellen wie sie aussehen mögen, wenn sie schon so klingen. Nach dem ruhigen Start des Tracks entläd sich ein brutales Drumgewitter auf den Hörer welches seines gleichen sucht. Soweit der aggressivste Track des Albums!

Als Vorbild zu “Search & Rescue” dienten wohl recht aktuelle Tracks von Machine Code oder Current Value. Meander zeigt hier dass er auch eher technoid gehaltenen Drum & Bass produzieren kann. Leider fällt das Resultat zum Rest des Albums etwas aus dem Rahmen. Dennoch keine schlechte Nummer.

Und schon wieder ein Monster. Nach etlichen Tracks mit Monster-Samples im Hardcore-Bereich, kommt Meander hier nun mit seinem “Another Monster”. Dennoch erwartet einen hier kein billiger Abklatsch, sondern ein Floorfiller erster Güte! Die Kicks uns Snares prügeln ordentlich drauf los und intelligent eingesetzte Samples setzen dem ganzen noch die Krone auf. Ein wahres Monster!

“Endless Blackness”, das Anthem zum Q-Dance Qore Event 2012, ist hier im VIP Mix zu finden. Viel wurde nicht verändert. Man möchte fast meinen es handelt sich hier um einen Ophidian Remix und die nächsten Titel des Albums würden eher hardcore-lastig werden. Doch weit gefehlt…

Denn das “Lamb” dient quasi als Brücke um den Drum & Bass/Crossbreed-Part, vom Breakcore-Part des Albums zu trennen.

“Lambaste”… Beklemmende Stimmung, abstrakte Beatstrukturen, ein Klavier und düstere Sprachsamples. Danach bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Wie zum Teufel soll man sich darauf bewegen? Irgendwo macht genau das den Track aber auch aus. In Sachen Komplexität und Struktur übertrifft Meander sich hier nochmal im Vergleich zu seinen Werken auf “Carbon”.

“Iconoclast” fegt wie ein Tornado durch den Lautsprecher und hinterlässt nichts als Verwüstung und verstörte Tanzflächen. Brutales Breakcore-Getrommel trifft auf Hardcore-Kickdrums. Don’t move!

Der “Skeleton Dance” erinnert am ehesten an frühere Werke von Meander. Düstere Melancholie gepaart mit intelligent eingesetzten Drums und Snares. Leicht verträumt bereitet einen dieser Track auf das bevorstehende Ende des Albums vor.

“Candle” basiert auf dem Intro des Albums. Auf halbem Wege bekommen wir nochmal ein wenig Breakcore vorgesetzt, bis die letzten Töne ausklingen.

 Fazit

Wer hier einen direkten Nachfolger seiner bisherigen Alben erwartet, sollte lieber vorher reinhören, denn es geht musikalisch größtenteils schon in eine andere Richtung. Eher düster und eher an den Tanzboden gerichtet, liefert Meander hier ein Album für alle Freunde des Hardcore Drum & Bass, Crossbreed und Breakcore ab. Produktionstechnisch liegt das Qualitätslevel hier verdamm hoch und er brauch sich mit seinem Sound hinter niemandem der großen Namen verstecken. Das Mastering von SMAC (aka Eye-D) tut ein Übriges. In dieser Sparte sicherlich bisher eines der besten Alben des Jahres.

Meander – Gazing Long Into The Abyss (TNT010)

01 The Abyss
02 Pretend
03 Black Smoke (AK-Industry Remix)
04 Stranger
05 Almost Evil
06 Tainted
07 Visions Of Demons
08 Search & Rescue
09 Another Monster
10 Endless Blackness (VIP )
11 Lamb
12 Lambaste
13 Iconoclast
14 Skeleton Dance
15 Candle

Previews: http://taintedaudio.bandcamp.com/album/gazing-long-into-the-abyss

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